Effizienz ist 2026 keine Kür mehr, sondern Pflicht
Seit dem 29.07.2026 heißt das Gesetz GModG; § 71 ist entfallen. Neubauten müssen nach § 15 einen Jahres-Primärenergiebedarf von höchstens dem 0,55-Fachen des Referenzgebäudes erreichen. Für Heizungen verweist § 10 auf §§ 42–45. Auch Gas- und Ölheizungen sind unter den gesetzlichen Bedingungen möglich, werden aber weiterhin nicht über KfW 297/298 gefördert.
KFN 297 für private Selbstnutzung und 298 für übrige Antragsteller umfassen EH55, EH40 mit LCA und EH40 mit QNG. EH55 ist seit 16.12.2025 wieder förderfähig und erfordert eine gültige Baugenehmigung. Für EH55 und EH40 mit LCA sind bis 100.000 Euro, mit QNG bis 150.000 Euro je Wohneinheit möglich. QNG ist eine Förderstufe, kein eigenes Programm. Es gibt keinen Zuschuss zur Rückzahlung.
Drei Bausteine der modernen Fertighaus-Energie
Baustein 1 – Wärmepumpe: Luft-Wasser-Wärmepumpen sind 2026 der Quasi-Standard im Fertighausbau. Sie liefern Heizwärme und Warmwasser, lassen sich mit Photovoltaik koppeln und erfüllen die GEG-Pflicht ohne Brennstofflieferung. Investition: 18.000 bis 32.000 Euro inklusive Pufferspeicher, abzüglich BAFA-Förderung von bis zu 70 Prozent.
Baustein 2 – Photovoltaik plus Batteriespeicher: Eine PV-Anlage mit 8 bis 14 kWp deckt 25 bis 40 Prozent des Strombedarfs einer typischen Familie direkt, mit 8 bis 14 kWh Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 65 bis 80 Prozent. Investition gesamt: 18.000 bis 35.000 Euro, KfW-270-Kredit verfügbar, Einspeisevergütung 2026 noch bei 7,94 ct/kWh.
Baustein 3 – Gebäudehülle: Dämmung, Fensterqualität (Uw < 0,9), Luftdichtheit und kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Hier liegt der größte Hebel für niedrige Heizkosten – und der Vorteil des Fertighausbaus, weil die Bauteile industriell präzise vorgefertigt werden. Ein KfW-40-Fertighaus erreicht 2026 typische Heizkosten von 18 bis 28 Euro pro Quadratmeter und Jahr.
Was sich 2026 wirtschaftlich lohnt – und was nicht
Die wirtschaftlich attraktivste Kombination ist 2026 für die meisten Bauherren: Effizienzhaus 40 mit Wärmepumpe, PV-Anlage 10 bis 12 kWp, 10 kWh Speicher, kontrollierte Wohnraumlüftung. Die Mehrkosten gegenüber GEG-Basis liegen bei 28.000 bis 45.000 Euro, die KfW-Förderung deckt 30 bis 40 Prozent davon ab. Über 20 Jahre Nutzungsdauer entstehen Einsparungen von 35.000 bis 70.000 Euro gegenüber einem reinen GEG-Haus.
Weniger attraktiv sind hingegen reine Stromheizungen, dezentrale Lüfter ohne Wärmerückgewinnung sowie überdimensionierte Speichersysteme. Auch die Diskussion „Wallbox jetzt oder später” lässt sich klar beantworten: Vorbereitung im Hausanschlusskasten ist 2026 fast kostenlos, die spätere Nachrüstung der Wallbox dauert wenige Stunden. Mehr Speicher zu kaufen, „weil das Auto später vielleicht E-Antrieb hat”, lohnt sich dagegen selten – Wallbox lädt typischerweise direkt aus dem Netz.
Die Ratgeberartikel in der Übersicht vertiefen GEG-Pflichten, Wärmepumpen-Auslegung und PV-Wirtschaftlichkeit jeweils mit konkreten Zahlen, Förderhöhen und Anbieterhinweisen. Alle Werte sind auf den Förderstand 04/2026 abgeglichen.

