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GModG 2026: Was gilt für Fertighäuser?

Das GModG regelt die energetischen Anforderungen an Neubauten. § 71 ist weggefallen; § 10 verweist für Heizungen auf §§ 42–45. Wir erklären den Primärenergiefaktor 0,55, Referenz-U-Werte, Energieausweise und die Abgrenzung zur KfW-Förderung. Stand 20.10.2026.

Redaktion fertig-haus.net
Stand: 20. Oktober 2026
Lesezeit: 23 Min
Modernes, energieeffizientes Fertighaus mit Wärmepumpe und integrierter Photovoltaik-Anlage
GModG 2026: Heizungsoptionen und energetische Anforderungen für Neubauten.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzt seit dem 29.07.2026 die bisherige Gesetzesbezeichnung GEG, geändert durch Gesetz vom 23.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226). Dieser Ratgeber erklärt die Anforderungen an Neubauten, Heizungsoptionen und Energieausweise. Stand 20.10.2026.

§ 10
Heizungsanforderungen Neubau
Abs. 2 Nr. 3 mit §§ 42–45
0,55 ×
Jahres-Primärenergiebedarf
Referenzgebäude: 45 % weniger (§ 15)
0,28
Referenzwert Außenwand
W/(m²·K), kein Einzelgrenzwert

Was ist das GModG und wen betrifft es 2026?

Kurzantwort: Das GModG regelt energetische Anforderungen an Gebäude. Nach § 15 Abs. 1 darf der Jahres-Primärenergiebedarf eines neuen Wohngebäudes höchstens das 0,55-Fache des Referenzgebäudes betragen, also 45 % weniger. § 71 ist weggefallen. Gesetzliche Zulässigkeit und Förderfähigkeit sind getrennt zu prüfen. Zusätzliche Bedingungen gelten für Klimafreundlicher Neubau des BMWSB.

Den maximalen Jahres-Primärenergiebedarf bestimmt § 15 GModG. Welche Nachweise für Ihr Vorhaben erforderlich sind, klären Fachplanung und Bauaufsicht. Mehr zum Verfahren im Baugenehmigungs-Ratgeber .

Effizienzhaus-Stufen 2026: EH 55, EH 40, EH 40 NH und QNG im Vergleich

Kurzantwort: Die Effizienzhaus-Stufen beschreiben den Energiebedarf im Verhältnis zum Referenzgebäude. KFN 297 für private Selbstnutzung und 298 für übrige Antragsteller umfassen EH55, EH40 mit LCA sowie EH40 mit QNG. EH55 ist seit 16.12.2025 wieder förderfähig; eine gültige Baugenehmigung ist nötig. QNG ist eine Förderstufe in beiden Programmen, kein eigenes Programm.

Effizienzhaus-Stufen 2026 im Direktvergleich

StufePrimärenergie­bedarfTransmissionsverlustKfW-Förderung 2026
EH 5555 % vom Referenz70 % vom ReferenzKFN 297/298, bis 100.000 € je Wohneinheit
EH 40 mit LCA40 % vom Referenz55 % vom ReferenzKFN 297/298, bis 100.000 € je Wohneinheit
EH 40 mit QNG40 % + Nachhaltigkeit55 % vom ReferenzKFN 297/298, bis 150.000 € je Wohneinheit
EH 40 Plus (PV+Speicher)40 % + Eigenverbrauch55 % vom ReferenzAuslaufmodell, regional

QNG erfordert zusätzliche Nachhaltigkeitsnachweise. Es ermöglicht einen höheren Kreditrahmen, keinen Zuschuss zur Rückzahlung: bis 150.000 € statt bis 100.000 € je Wohneinheit. Standard und Mehrkosten sind im konkreten Anbieterangebot zu prüfen. Details im KfW-Förderungs-Ratgeber 2026 .

55 %
Maximaler Primärenergiebedarf vom Referenzgebäude
45 %
Weniger als das Referenzgebäude (§ 15)
bis 150 k €
KFN 297/298 mit QNG je Wohneinheit

Welche Heizungsoptionen erlaubt das GModG im Neubau?

Kurzantwort: Für Neubauten gilt § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG mit entsprechender Anwendung der §§ 42–45. Mehrere Technologien kommen infrage, darunter Wärmepumpen sowie Gas- und Ölheizungen unter den gesetzlichen Bedingungen. § 43 nennt steigende Brennstoffanteile: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Sein Wortlaut betrifft neu eingebaute Anlagen im Bestand; im Neubau ist der Verweis aus § 10 zu beachten. § 43 GModG ist die Primärquelle. KfW 297/298 fördert weiterhin keine Gebäude mit Öl- oder Gasheizung.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe (Standard im Fertighaus 2026, COP 3,0–4,5).
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdkollektor / Erdsonde (höhere Effizienz, Investitionen 18.000–32.000 €).
  • Hybrid-Wärmepumpe mit Spitzenlast-Gas (rückläufig, da Gas mittelfristig teurer wird).
  • Pelletheizung + Solarthermie (für Holzhaus-Liebhaber, Wartung höher als bei Wärmepumpe).
  • Fernwärme aus EE-Quellen (in Großstädten oft beste Lösung, Anschlusszwang in B-Plan-Festsetzungen prüfen).
  • Wasserstoff-ready-Heizung (theoretisch zulässig, Praxis-Tauglichkeit 2026 noch ausbaufähig).

Ergänzend: Wärmepumpe im Fertighaus. Photovoltaik in Kombination mit Wärmepumpe behandelt unser PV-Ratgeber.

U-Werte 2026: Referenzausführung nach Anlage 1

Kurzantwort: Die Werte der Anlage 1 zum GModG beschreiben das Referenzgebäude, keine verpflichtenden Einzelgrenzwerte: Außenwand 0,28, Dach 0,20, Bodenplatte 0,35, Fenster 1,3 und Außentür 1,8 W/(m²·K). Entscheidend ist der Nachweis für das konkrete Gebäude.

U-Werte 2026 — Referenzausführung, keine Einzelgrenzwerte

BauteilGModG-ReferenzMarkenanbieter StandardEH 40 / Premium
Außenwand0,280,170,12–0,15
Dach gegen Außenluft0,200,140,11–0,13
Bodenplatte zum Erdreich0,350,220,16–0,19
Fenster (Uw)1,31,10,75–0,90
Außentür1,81,40,90–1,10
Wärmebrücken-Zuschlag ΔUWB0,050,030,01–0,02

Die starke Übererfüllung im Markenanbieter-Standard hat zwei Gründe: Erstens ist Holzrahmenbau bei dünnen Wandstärken (typisch 30–36 cm) durch die hohe Dämmstoffstärke energetisch besonders effizient. Zweitens erfordert die Erfüllung des EH-55-Standards in der Gesamtbilanz bessere Hüllbauteile, weil Lüftungsverluste und Anlagentechnik den Primärenergiebedarf nach oben treiben können.

Fertighaus nach GModG-Anforderungen planen

Vergleichen Sie Energiestandard und Leistungsumfang konkreter Angebote. Gesetzliche Nachweise und zusätzliche Bedingungen für EH40 oder QNG sind getrennt zu prüfen.

Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL): Pflicht oder Empfehlung?

Kurzantwort: Ob ein Lüftungskonzept und welche technische Ausführung erforderlich sind, muss die Fachplanung für das konkrete Gebäude klären. Aus den Heizungsregeln des GModG allein folgt keine pauschale Aussage zur Lüftungsausstattung. Lassen Sie Feuchteschutz, Luftqualität und die Berücksichtigung der Lüftungsverluste im energetischen Nachweis prüfen.

Eine moderne KWL erreicht Wärmerückgewinnungsgrade von 85 bis 92 Prozent – die abgehende Abluft heizt im Gegenstromprinzip die einströmende Außenluft vor. In gut gedämmten Häusern reduziert das den Lüftungsverlust um bis zu 75 Prozent. Zusätzlich sorgen Filter (F7/F9) für sauberere Innenluft und schützen Allergiker. Nachteile: Wartungsaufwand (Filterwechsel zwei Mal jährlich), Stromverbrauch der Ventilatoren (40–80 W Dauerlast), Geräuschempfinden bei schlecht ausgelegten Anlagen.

GModG: Energieausweis und Förderbegleitung unterscheiden

Kurzantwort: Wer Energieausweise ausstellen darf, regelt § 88 GModG: unter anderem qualifizierte Architekten, Ingenieure, Handwerksmeister und Techniker unter den dort genannten Voraussetzungen. Eine Eintragung in der dena-Expertenliste ist davon zu unterscheiden: Sie betrifft die Förderbegleitung. Lassen Sie die Qualifikation und die für Ihr Vorhaben erforderlichen Nachweise prüfen.

  • Für KfW-Förderung: Energieeffizienz-Experte aus der Expertenliste des Bundes bei der dena.
  • Heizungskonzept nach § 10 Abs. 2 Nr. 3 in Verbindung mit §§ 42–45 prüfen.
  • Sommerlicher Wärmeschutznachweis nach DIN 4108-2 (Übertemperaturgradstunden).
  • Hydraulischer Abgleich der Heizung dokumentiert.
  • Lüftungskonzept (auch bei Fensterlüftung, Nachweis dass kein Schimmelrisiko).
  • Bei KfW-Antrag: gewerkeweise Nachweise zu Bauteil-U-Werten, Anlagentechnik, Erneuerbarer Wärme.

Vermeidbare Fehler im Energieausweis

Für die KfW-Förderbegleitung ist die Expertenliste des Bundes bei der dena maßgeblich. Lassen Sie den passenden Listeneintrag der verantwortlichen Fachperson und die programmspezifischen Nachweise vorab prüfen.

GModG im Bestand: Sanierung und Heizungstausch

Kurzantwort: Die frühere Pflicht aus § 71 ist entfallen. Für neu eingebaute Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen im Bestand nennt § 43 steigende Anteile qualifizierter Brennstoffe: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Die Anforderungen bei Sanierung oder Erweiterung sind anhand des konkreten Vorhabens und der aktuellen Gesetzesfassung zu prüfen.

Bei der Modernisierung eines bestehenden Fertighauses sind die Anforderungen des GModG für die konkret betroffenen Bauteile zu prüfen. Weitere Informationen im Modernisierungs-Ratgeber . Gesetzliche Anforderungen und mögliche Förderung sind getrennt zu beurteilen.

Ausblick: Mit aktuellen Anforderungen planen

Kurzantwort: Zukünftige Gesetzesänderungen sind nicht als bereits geltende Baupflicht darzustellen. Maßgeblich sind die aktuelle Fassung des GModG und die Bedingungen Ihres Vorhabens. Lassen Sie langfristige Planungen fachlich prüfen; aus einem Förderstandard folgt keine pauschale Zusicherung für spätere Rechtsänderungen.

Vergleichen Sie Zusatzkosten und Förderfähigkeit anhand konkreter Angebote und Nachweise. Eine pauschale Wirtschaftlichkeitszusage lässt sich aus der Effizienzhausstufe oder einer Herstellermarke nicht ableiten.

GModG-Anforderungen und KfW-Förderung prüfen

Drei Markenanbieter aus unserem 35-Hersteller-Vergleich liefern Ihnen Festpreis-Angebote auf EH-40-Niveau inklusive KfW-Antragstellung. Wir bündeln Ihre Anfrage – Sie sehen die Mehrkosten transparent.

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Häufige Fragen zum Thema

Die meistgestellten Fragen zu GModG 2026 – kompakt beantwortet von der fertig-haus.net Redaktion (Stand 2026).

Was schreibt das GModG 2026 für Fertighäuser vor?
Seit dem 29.07.2026 heißt das Gesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); § 71 ist weggefallen. § 15 Abs. 1 begrenzt den Jahres-Primärenergiebedarf eines Neubaus auf das 0,55-Fache des Referenzgebäudes, also 45 % weniger. Die U-Werte in Anlage 1 sind Referenzausführungen, keine Einzelgrenzwerte. Die Heizungsanforderungen folgen aus § 10 Abs. 2 Nr. 3 mit §§ 42–45. Stand 20.10.2026.
Was bedeuten die Effizienzhausstufen KfW 85 / 70 / 55 / 40 / 40 NH?
Die Kennzahlen beschreiben den Primärenergiebedarf im Verhältnis zum GEG-Referenzgebäude; NH bezeichnet die Nachhaltigkeitsklasse mit QNG. KFN 297/298 umfasst EH55, EH40 mit LCA und EH40 mit QNG. Bis 100.000 € je Wohneinheit gelten für EH55 oder EH40 mit LCA, bis 150.000 € mit QNG. 297 gilt für private Selbstnutzung, 298 für übrige Antragsteller.
Welche Heizungsoptionen bestehen nach dem GModG?
§ 10 verweist für Neubauten auf die entsprechende Anwendung der §§ 42–45. Verschiedene Technologien sind möglich, auch Gas- und Ölheizungen unter den gesetzlichen Bedingungen. § 43 nennt steigende qualifizierte Brennstoffanteile: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Sein Wortlaut betrifft neu eingebaute Anlagen im Bestand; für den Neubau ist der Verweis aus § 10 maßgeblich. Die KfW-Neubauförderung 297/298 schließt Gebäude mit Öl- oder Gasheizung weiterhin aus.
Wie unterscheiden sich Effizienzhausstandard und GModG-Anforderungen?
Der Jahres-Primärenergiebedarf eines Neubaus darf nach § 15 Abs. 1 höchstens das 0,55-Fache des Referenzgebäudes betragen. Daraus folgt nicht automatisch eine Förderzusage. Entscheidend sind die vertraglich vereinbarte Ausführung, der Nachweis für Ihr Gebäude und die zusätzlichen Bedingungen des gewählten Förderprogramms. Prüfen Sie die Angaben des Anbieters statt einer pauschalen Einstufung nach Marke.
Was ist das QNG-Siegel und wofür brauche ich es?
QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) ist die staatliche Nachhaltigkeitszertifizierung, die seit 2023 für die KfW-Spitzenförderung „Klimafreundlicher Neubau“ (KFN) Voraussetzung ist. QNG bewertet ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualität sowie Prozess- und Standortqualität nach 28 Kriterien. Vergeben werden QNG-Plus (Standardklasse) und QNG-Premium. Für Fertighäuser wird QNG meist über systemische Vorzertifikate der Anbieter und individuelle Projektprüfung vergeben. Mehrkosten: 4.000-12.000 € für die Zertifizierung plus 8.000-25.000 € für die nachhaltigeren Materialien.
Was kostet ein KfW-40-Fertighaus mehr als der GEG-Mindeststandard?
Ein KfW-40-Fertighaus liegt 2026 typischerweise 18.000 bis 40.000 Euro über dem GEG-Mindeststandard – je nach Größe und Anbieter. Mehrleistungen: dickere Dämmung an Wand/Dach/Bodenplatte, Dreifachverglasung mit Wärmeschutzwerten Ug ≤ 0,7, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung > 80 %, optimierte Wärmebrückendetails, hocheffiziente Wärmepumpe, häufig PV-Anlage. Demgegenüber stehen 2026: KfW-Kredit bis 150.000 Euro zu vergünstigtem Zins (KFN-Programm) und jährliche Energieersparnis von 600-1.200 Euro. Amortisation typischerweise nach 15-20 Jahren.
Gilt das GEG auch für Ausbauhäuser und Bausatzhäuser?
Ja, das GEG gilt für jedes neu errichtete Wohngebäude unabhängig von der Ausbaustufe. Bei Ausbau- und Bausatzhäusern liegt die Verantwortung für die GEG-Konformität jedoch beim Bauherrn, nicht beim Hersteller. Wer den Innenausbau in Eigenleistung erbringt, muss am Ende einen Energieausweis nach GEG vorlegen – auf eigene Kosten. Empfehlung: Bei Ausbauhäusern die Wärmebrücken- und Lüftungsplanung zwingend vom Hersteller fertigstellen lassen. Wer Dampfbremse oder Lüftungsgerät selbst plant, riskiert Schimmelschäden und GEG-Verstöße.